In den 115 Jahren unserer Geschichte haben sich die Bedingungen für unsere Arbeit immer wieder umfassend verändert. Aus dem Hamburger Lehrinstitut von 1895 ist in dieser Zeit ein moderner Bildungskonzern und ein bundesweit und international agierender Personaldienstleister für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen geworden.
1895–1920
In den Kontoren der expandierenden Handelsstadt Hamburg sind junge Menschen mit soliden Buchhaltungskenntnissen gefragt. Heinrich Grone gründet 1895 das "Schreib- und Handels-Lehrinstitut Grone", in dem unter anderem Stenografie, Rechnen, Deutsch und Buchhaltung, aber auch Schön- und Schnellschreiben unterrichtet wurden Damit schließt er mit seiner Schule eine Lücke in der Aus- und Weiterbildung des kaufmännischen Nachwuchses.
Bereits 1905 erfordern steigende Schülerzahlen den Bau eines eigenen Schulhauses. Der Unterricht für die jährlich 3.500 Teilnehmer wird im Klassenverband erteilt. Die ersten Schreibmaschinen werden angeschafft und das 10-Finger-System wird eingeführt. Blindschreiben und Schreiben nach Musiktakt folgen. Von 1910 an ergänzen Fremdsprachen das Angebot.
1920–1945
Die Hamburger Oberschulbehörde formuliert Qualitätsstandards für Bildungsträger. Heinrich Grone setzt sich im Verband der deutschen Privathandelsschulen für "reelle Angebote" ein, um die Standards in der Privatschullandschaft zukünftig gestalten zu können. Während viele Privatschulen von 1928 bis 1930 auf Grund der Wirtschaftskrise ihre Tore schließen, erweitert Heinrich Grone sein Angebot durch die Eröffnung einer "Privaten Handelsschule für Jugendliche". Auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und während des Krieges wird der Unterricht aufrechterhalten.
Als Heinrich Grone mit 73 Jahren im Mai 1941stirbt, übernimmt seine Frau Helmine Grone die Schulleitung und die testamentarische Verpflichtung, die Schule bei Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit in eine Stiftung zu überführen.
Bis zum Kriegsende 1945 besuchen jährlich ca. 4.000 Schüler die Grone Institute in Hamburg. Als das Schulgebäude kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges fast völlig zerstört wird, setzt Helmine Grone den Schulbetrieb eingeschränkt in der Zweigschule Schanzenstraße fort.
1945-1970
Der Schulbetrieb geht nach dem Kriegsende weiter. Unmittelbar nach der Währungsreform lässt Helmine Grone das Stammhaus in der Hermannstraße wieder aufbauen. 1950 erhält Grone die staatliche Anerkennung als einjährige allgemeine und höhere Handelsschule.
Helmine Grone überführt die Gronesche Handels- und Sprachschule 1964 in eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Der bisherige "Familienbetrieb" steht nun unter staatlicher Stiftungsaufsicht und wird in seiner strategischen Ausrichtung von einem Kuratorium kontrolliert.
Fortbildungen im Bürobereich umfassen Anfang der sechziger Jahre auch die Arbeit an "neuzeitlichen Büromaschinen".
Das Arbeitsförderungsgesetz garantiert ab 1969 Arbeitslosen einen Rechtsanspruch auf berufliche Bildungsmaßnahmen. Grone konzipiert entsprechende Umschulungen und Fortbildungen und arbeitet erstmals auch im öffentlichen Auftrag.
Helmine Grone bestellt ihren Neffen Hellmuth Grone zum Stiftungsvorstand.
1970-1985
Von 1974 an bietet Grone verstärkt Kurse für berufliche Rehabilitation an. Auch wird in der Tradition der früheren Privaten Handelsschule die Fortbildung von Jugendlichen in der "Groneschen Handels- und Sprachenschule " wieder aufgenommen. Im Fachauswahlunterricht erfolgt erstmals die individuelle Schulung von Teilnehmenden.
Grone expandiert über die Grenzen Hamburgs hinaus mit gemeinnützigen Tochtergesellschaften in Schleswig-Holstein und Berlin. Im Auftrag des Hamburger Senats erfolgt von 1985 an die Erstausbildung für Jugendliche.
Hellmuth Grone stirbt im August 1978. Seine Ehefrau Ursula wird zum Vorstand der Stiftung bestellt, Helmine Grone stirbt im Januar 1981.
1985-1995
1987 wird das neue Stammhaus Neubau der Stiftung in der der City Süd eingeweiht. Das bestehende kaufmännische Bildungsangebot wird durch die Bereiche Gesundheit, Sozialberufe Gastronomie, Ernährung, Werbung, Grafik und Drucker weitert.
Seit 1986 erscheint dreimal pro Jahr „Das Grone Magazin", in dem Auftraggeber, Kunden und Mitarbeiter über Veränderungen und Ereignisse im Grone Unternehmensverbund informiert werden. Darüber hinaus greift das Magazin Fachthemen des Arbeitsmarktes sowie der Weiterbildungsbranche auf.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung entstehen Bildungszentren in den neuen Bundesländern. In enger Zusammenarbeit von Ost und West werden Konzepte für die besonderen Arbeitsmarktsituationen vor Ort entwickelt. Sie reichen von gewerblich-technischen Qualifizierungen in Thüringen bis hin zugastronomischen Ausbildungen für den Tourismus auf der Insel Rügen.
1993 scheidet Ursula Grone aus dem Stiftungsvorstand aus und wird als Ehrenvorstand Mitglied des Kuratoriums. Ihr Nachfolger wird der seit 1988 amtierende Stiftungsdirektor und Staatsrat a.D. Dr. Peter Rabels.
1995-2004
Im Mai 1995 feiert Grone den 100. Geburtstag und engagiert sich nun verstärkt auch in der Betreuung und Vermittlung von Arbeit Suchenden. Dies geschieht anfangs über gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassungen, die vielfach zur dauerhaften Vermittlungen führen.
Ab 1997 an entstehen bundesweit Grone-Trainingszentren zur Beratung, Betreuung, Überlassung und Vermittlung von Arbeitslosen. 2004 kommt die private Arbeitsvermittlung, die Zeitarbeit und Outplacementmaßnahmen mit Transfergesellschaften unter der Marke „Grone Human Resources“ zusammenfasst.
Im Rahmen der EU-Erweiterung betreibt Grone vorübergehend Beteiligungsgesellschaften mit ortsansässigen Partnern in Polen und führt mehrere EU-Phare-Projekte durch. Seit 2001 engagiert sich Grone darüber hinaus in dem Projekt „Arbeit für Kosovo“und betreut Trainingszentren in Montenegro.
Der Unternehmensverbund wächst weiter durch die Gründung von neuen Tochtergesellschaften sowie die Übernahme von Gesellschaften. Mit dem Verein der Hamburger Spediteure gründet Grone die Akademie Hamburger Verkehrswirtschaft.
2004 scheidet Dr. Peter Rabels aus dem Vorstand aus und wechselt als Ehrenvorstand in das Kuratorium. Als sein Nachfolger wird Staatsrat a.D. Wolfgang Prill zum Stiftungsvorstand bestellt.
2005-2010
Die Neuorganisation der Instrumente der Arbeitsmarktpolitik ändert den Weiterbildungsmarkt erheblich. Neben den Agenturen für Arbeit werden die ARGEn zu neuen Auftraggebern der Grone-Gesellschaften. Langfristige Maßnahmen wie Umschulungen z. B. fallen zum Teil dem Rotstift zum Opfer und werden durch kurzfristige Qualifizierungen und Trainingsmaßnahmen ersetzt.
Grone gelingt es, sich diesen neuen Anforderungen mit neuen Produkten anzupassen: Trainingsmaßnahmen, flexible Qualifizierungen, Schuldnerberatung, Vermittlungsaktivitäten und Beschäftigungsangebote zur Integration in den Arbeitsmarkt von Hartz IVEmpfängern erweitern das klassische Portfolio aus Fortbildung und Umschulung. Mit dem Aufbau der „Grone Stellenbörse“ entsteht eine Online-Arbeitsvermittlung, in der mehr als eine Million Stellenanzeigen gebündelt und täglich aktualisiert werden.
Qualifiziert und beschäftigt werden jetzt auch „Ein Euro Jobber“ u.a. in Arbeitsgelegenheiten wie „Cantina“ – Schulspeisung und Mittagstisch plus Hausaufgabenbetreuung. Grone Netzwerk in Hamburg führt Tanzprojekte –„Making a Move“ – unter Leitung des international bekannten Choreographen Royston Maldoom durch und eröffnet im Frühjahr 2010 das Grone Sozialkaufhaus „WARENGUT“.
Im gewerblich-technischen Bereich werden neue Werkstätten geschaffen. In Magdeburg entsteht ein Institut für Meisterausbildung und Schönheitspflege, weitere Standorte nehmen die Altenpflege- und Erzieherhelferausbildung sowie die Weiterbildung von Erziehern ins Angebot auf. In mehreren Bundesländern übernimmt Grone die Qualifizierung und Vermittlung von Strafgefangenen, baut die „Unterstützte Beschäftigung im Reha-Bereich“ auf und führt bundesweit Modellprojekte für Frauen, Jugendliche und Ältere im Auftrag der Bundesregierung durch.
Im Juli 2009 stirbt der langjährige Ehrenvorstand Ursula Grone. Grone erfüllt heute weiterhin täglich den Satz des Gründers Heinrich Grone „Für das Lernen ist man nie zu alt“ aus dem Jahr 1911 mit Leben.