IW und IAB veröffentlichen Untersuchung zur Weiterbildung während der Coronakrise

Berufliche Weiterbildung in Zeiten von Corona: kein dramatischer Einbruch, aber deutliche gruppenspezifische Unterschiede

Trotz der coronabedingten Kontaktbeschränkungen war die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung bis zum Sommer 2020 nicht massiv zurückgegangen. Denn ein Großteil der Maßnahmen konnte dank entsprechender digitaler Angebote dennoch stattfinden. Je nach Beschäftigungsbranche, Qualifikationsniveau, Geschlecht und Zahl der Kinder der Teilnehmer*innen an Weiterbildung zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede.
Die Corona-Krise hat das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben vor enorme Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Kontaktbeschränkungen, das vorübergehende Verbot von Präsenzveranstaltungen und die Belastung von Eltern durch Kinderbetreuung und Homeschooling könnten zu einer wesentlich stärkeren Beeinträchtigung der Weiterbildungsbeteiligung geführt haben als in bisherigen Wirtschaftskrisen.
Die Covid-19-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub in der beruflichen Weiterbildung geführt, da ein Großteil der Weiterbildungen in den virtuellen Raum verlegt wurde. Somit wurden bis zum Sommer 2020 größere Einbrüche in der Weiterbildungsbeteiligung verhindert.

Obwohl die Mehrheit der Befragten ihre geplante Weiterbildung trotz der Pandemie absolvieren konnte, war einigen Gruppen die Teilnahme insbesondere aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Dies betraf Frauen, insbesondere Mütter, stärker als Männer, Nichtakademiker stärker als Akademiker, und Beschäftigte aus der Industrie stärker als Beschäftigte im Bereich der gesellschaftsnahen Dienstleistungen.
Ein Grund hierfür dürfte sein, dass die Betroffenen vermehrt in Berufen tätig sind, in denen sich Weiterbildungen nicht ohne Weiteres digitalisieren lassen. Zum anderen zeigen frühere Studien, dass sowohl Frauen als auch Nichtakademiker schon vor der Krise seltener auf digitale Medien zurückgegriffen haben, um sich weiterzubilden.
Aufschluss hierüber geben erste empirische Ergebnisse der IAB-Befragung „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona”. Hierfür hat das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) gemeinsam mit dem IW (Institut der Deutschen Wirtschaft) ein Fragemodul entwickelt, um zu ermitteln, wie sich die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung während der Corona-Krise entwickelt hat.

Die Ergebnisse zeigen zum einen, dass die voranschreitende Digitalisierung einen stärkeren Einbruch der beruflichen Weiterbildung verhindert hat. Zum anderen wird deutlich, dass die Corona-Krise die Nutzung digitaler Lernmedien in der beruflichen Weiterbildung beschleunigt hat.

Ergebnisse der Befragung

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