Die Zukunft der Pflege in Hamburg

(Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz)

Hamburg – Damit der steigende Bedarf an Pflegekräften gedeckt werden kann, muss für das Image des Pflegeberufes mehr getan werden. Diese dringende Anregung des Publikums nahm Hamburgs Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), aus dem 33. Heinrich-Grone-Gespräch mit in ihre Behörde.
Das Thema des Abends war „Die Zukunft der Pflege in Hamburg“. In der angeregten Diskussion waren sich die Gäste im voll besetzten Forum des Grone-Bildungszentrums weitgehend einig: Es gehe zwar auch, aber nicht vorrangig, um die Bezahlung. Prüfer-Storcks verdeutlichte einen gravierenden Unterschied: Pflegekräfte erlebten – ganz anders als etwa Personen, die keinen direkten Kontakt zu ihren Klienten hätten – unmittelbar, wie positiv sich ihre Arbeit auswirke.
Diesen gravierenden Unterschied gelte es zu vermitteln, ergänzte Grone-Geschäftsführer Ulrich Wessels. Solche Aspekte könnten auch in eine Ausweitung der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) einfließen. Grone-Vorstand Achim Albrecht verwies dabei auf das erfolgreiche Modell-Projekt abH/Pflege in Nordrhein-Westfalen.
Prüfer-Storcks selbst zeigte in ihrem der Diskussion vorhergehenden Vortrag zwei wesentliche Handlungsfelder auf: Die Entwicklung neuer Wohnformen besonders im ambulanten Bereich erfordere eine engere Kooperation von Stadtplanung, Wohnungswirtschaft und innovativen Leistungsanbietern. Für die Sicherstellung von genügend Personal komme es darauf an, sowohl das hohe Niveau der Ausbildung zu erhalten als auch – und das als Aufgabe der Arbeitgeber – für gute Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz zu sorgen.
Ausführlich äußerte sich die Senatorin zur Reform des Pflegeberufes: „Mit dem neuen Pflegeberufegesetz soll nicht nur ein Beitrag zur sicheren quantitativen Versorgung geleistet werden, sondern wir versprechen uns auch eine höhere Qualität, weil die Voraussetzungen für eine besser abgestimmte Versorgung geschaffen werden – wer die Strukturen der verschiedenen Sektoren aus eigenem Erleben kennt, weiß um die besonderen Belange und Rahmenbedingungen, nimmt leichter Kontakt zu diesen auf und vermeidet, wenn möglich, auch Doppelstrukturen.“ Die Senatorin: „Die Folgen der Generalistik sehe ich insoweit positiv – wenn sich alle Beteiligten weitgehend einig sind und sachorientiert zusammenarbeiten. In Hamburg mache ich mir da keine Sorgen. Das heißt jedoch nicht, dass die Umsetzung einfach wird. Die notwendigen Umstellungsmaßnahmen in den Pflegeeinrichtungen und Pflegeschulen sollen aber in bewährter Weise durch übergreifende Projekte unterstützt werden.“

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